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Bewusstseinsbildung | Was bedeutet Liebe für dich? | Dr. Manfred Mohr

Seit ich Seminare zum Thema Selbstliebe gebe, beginne ich den Workshop meist mit der scheinbar simplen Frage: „Was bedeutet Liebe für dich?“ Nimm dir doch eine kleine Weile Zeit und stell dir selbst einmal diese Frage, bevor du weiterliest.

Manchmal reicht es aus, die richtigen Fragen zu stellen. Denn oft versteckt sich die Antwort genau hier. Häufig verwenden wir Wörter und Begriffe einfach so, ohne wirklich den Sinn dahinter zu spüren. Liebe ist so ein Wort. Und es ist das möglicherweise wichtigste Wort überhaupt. Nach Liebe suchen wir fortwährend, ja wir dürsten regelrecht danach. Und sicher würden wir aus der Motivation von Liebe heraus auch sehr viel für andere Menschen tun. Also- was bedeutet Liebe für dich? (Bitte erst weiterlesen, wenn du deine Definition gefunden hast).

Hier eine kleine Auswahl der bisherigen Antworten: Vertrauen, Gemeinschaft, Geborgenheit, Loslassen, Freude, Friede, Einklang, Erfülltheit, Weite, Größe, Mitgefühl, Einssein, sich vergessen, vergeben, Annahme, Vertrauen, Zuversicht, verzeihen, danken, beschenken, umsorgen, geben ohne etwas zurück zu erwarten, Extase, Bereitschaft, Teilen, Wachstum, nach vorn gehen, im Hier und Jetzt sein, Glück, Ja zum Leben sagen, und noch viele mehr. Vielleicht ist deine ja auch dabei?
So unterschiedlich kann Liebe für uns sein. Jeder von uns erlebt sie auf seine Weise. Bestimmt hast du mit dem Begriff Liebe eine ganz eigene Erfahrung gemacht, die sehr anders sein kann als meine. Liebe kann schön sein. Liebe kann Glück schenken. Liebe kann weh tun. Und, wahrscheinlich, haben wir im Laufe unseres Lebens alle diese Erfahrungen schon einmal gemacht. Der Dalai Lama sagt darum: „großes Glück und große Liebe bedeuten großes Risiko“.

Diese verwirrende Eigenschaft der Liebe hat besonders Schiller auf den Punkt gebracht. Liebe ist wunderschön. Und Liebe tut weh. Wer liebt, ist bereit, beide Seiten dieser Medaille anzunehmen: „die Liebe ist der Liebe Preis.“

In der Liebe gehören Glück und Schmerz einfach zusammen. Das eine gehört untrennbar zum anderen. Sie werden nur im Doppelpack geliefert. Und genau um dieses Paradoxon dreht sich unser Leben. Genau das macht unser Leben aus. Nur wer liebt, lebt wirklich, wie Ludwig Feuerbach sagt: „und nur der ist etwas, der etwas liebt. Nichts sein und nichts lieben ist identisch.“

Die Liebe ist das Feuer des Lebens, sie kann Begeisterung entzünden und sie kann uns verbrennen. Zu Lieben bedeutet, diese beiden Seiten der Liebe zu akzeptieren. Wer den Preis der Liebe erringen möchte, ist gleichzeitig auch bereit dazu, den Preis dafür zu zahlen. Zu lieben bedeutet, ja zum Leben zu sagen mit allen Konsequenzen. Wer den Vertrag der Liebe unterschreibt, der steht damit auch gern für das Kleingedruckte ein. Liebe ist so. Man kann sie nur annehmen, wie sie ist.

Es scheint mir so, als sein in dieser grundsätzlichen Eigenschaft von Liebe schon ihr Sinn und ihre Bestimmung verborgen: Annahme. Liebe bedeutet Annahme. Wenn ich liebe, nehme ich die Freuden und Leiden der Liebe in Kauf. Beim Gehen des Weges der Liebe erhalte ich darum meine Lektionen der Annahme unablässig, indem ich den geliebten Menschen so annehmen kann, wie er ist. Mit allen guten und allen schlechten Eigenschaften. Mit allen Begabungen und allen Fehlern. Nach dem Motto: „man muss die Menschen so nehmen, wie sie sind. Es gibt keine anderen“ (Tucholsky).

Die Fähigkeit, mich selbst, andere Menschen und das Leben an sich annehmen zu können, ist für mich ein direktes Resultat der Kultivierung von Selbstliebe. Selbstliebe bedeutet, mich selbst zu lieben, so wie ich bin. Mit allen Facetten, den guten und den weniger guten Eigenschaften. Mit anderen Worten, Selbstliebe ist die Fähigkeit, mich in allen meinen Eigenarten annehmen zu lernen. Dann kann ich auch andere Menschen akzeptieren und annehmen, wie sie sind. Und andere Menschen werden in der Folge auch mich immer mehr annehmen, wie ich bin. Das Außen ist nur ein Spiegel meines Inneren.
Meister Ekkehard sagt darum: „Alle Liebe dieser Welt ist auf Selbstliebe begründet“. Liebe beginnt bei der Selbstliebe. Wenn es mir gelingt, mich selbst zu lieben, werde ich wie ein Brunnen, der über seinen Rand hinaus fließt, und die umliegende Erde bewässert. Wenn es mir gelingt, mir selbst zu geben, eröffne ich damit die Gabe, auch anderen Menschen geben zu können. Liebe ich dagegen mich selbst nicht, ist der Brunnen mehr oder minder vertrocknet. Und es bleibt kaum ein Töpfchen Wasser übrig für meine Umgebung, meine Mitmenschen.

In den letzten Jahre ist vor allem das hawaiianische Vergebungsritual Ho’oponopono für mich zum Instrument geworden, mehr Liebe und Annahme in meinem Leben zu kultivieren. Je mehr ich mich selbst zu lieben lerne, umso mehr gelingt es mir, auch anderen Menschen zu vergeben. Vergebung braucht die Kraft der Liebe, wenn sie funktionieren soll.

Buddhas Aussage: „Es gibt keinen Weg zum Glück. Glück ist der Weg,“ möchte ich gern abwandeln und sagen: „Es gibt keinen Weg zur Liebe. Liebe ist der Weg.“ Liebe ist der Weg und das Ziel, gleichzeitig. Und Annahme ist für mich die Königsdisziplin in der Schule des Lebens.

Neil Donald Walsh lässt Gott in seinen Büchern gern sagen: „ich habe dir immer nur Engel geschickt“. Der andere Mensch kreuzt unseren Weg, damit wir ihn annehmen, so wie er ist. Auch dieser Engel ist ein Bote der Liebe. Das Universum ist so freundlich, und präsentiert uns immer wieder die Themen, die wir in diese Inkarnation mitgebracht haben. Immer durch andere Menschen, immer in neuen Verkleidungen. Damit wir uns in ihnen spiegeln. Darum nenne ich andere Menschen, mit denen ich Probleme habe, gern „Entwicklungshelfer“. Ich soll mich in ihnen erkennen. Wie in einer Dunkelkammer beim Entwickeln eines Films sehe ich dabei die Hand vor Augen nicht. Ich tappe lange Zeit im Dunkeln. Erst wenn ich diesen Menschen liebe und annehme, schalte ich damit das Rotlicht in der Kammer an. Und erkenne endlich, welchen Film ich gerade entwickle. Es ist mein Lebensfilm.

Gerade unsere engsten Partnerschaften schenken uns dazu besonders gut Gelegenheit. Bei Bärbel und mir war es ein stetiger Prozess. Beide waren wir sehr unterschiedlich, so dass wir lernen durften, auch die Sichtweise des anderen anzunehmen und zu respektieren. Die Geburt unserer Zwillinge stellte uns dann vor ganz neue Herausforderungen, die es auch zu lieben und anzunehmen galt. Wir sind daran gewachsen. Schließlich sorgte Bärbels Krankheit dafür, auch diese Seite des Daseins anzunehmen und dankbar zu sein, für die gemeinsame Zeit miteinander. Und auch der Tod ist Teil unseres Lebens. Auch er möchte als Stufe unseres Weges integriert und angenommen sein. Dann schenkt uns vielleicht die Liebe und die Demut vor ihm die nötige Kraft, unser Feuer so groß werden zu lassen, dass wir auch den Sturm des Lebens in der Art zu verstehen lernen, wie es ein arabisches Sprichwort nahe legt: Buddhas Aussage: „Es gibt keinen Weg zum Glück. Glück ist der Weg,“ möchte ich gern abwandeln und sagen: „Es gibt keinen Weg zur Liebe. Liebe ist der Weg.“ Liebe ist der Weg und das Ziel, gleichzeitig. Und Annahme ist für mich die Königsdisziplin in der Schule des Lebens.

„Der Sturm lässt die Kerze verlöschen, aber er facht das Feuer an.“
Das neue Buch von Manfred Mohr „Verzeih Dir! Inneren und äußeren Frieden finden mit Ho‘oponopono“ erscheint am 8.3.2013 im Allegria Verlag.

Tropfen
Das Leben gleicht Wasser auf Erden
ein Tropfen bin ich und allein
um einst wieder Eines zu werden
verschmolzen im Meere des Sein.

Wie Regen so fall ich hernieden
zu Anfang ganz blind und auch stumm
vereinzelt fühl ich mich geschieden
von Tropfen, die um mich herum.

Nach außen zeig ich erst das Andre
weil Du doch so anders auch bist
je mehr ich das Leben durchwandre
erkenn ich im Du, was es ist.

Das Du kommt und spiegelt mich wieder
in allen Facetten des Sein
es reißt meine Vorstellung nieder
bringt Klarheit hinter falschen Schein.

Und hab ich Gewissheit gefunden
dass Du meinem Innren ganz gleicht
hab Ablehnung ich überwunden
ist Stille und Frieden erreicht.

Dann sieht sich ein Tropfen und leuchtet
erkennt sich im anderen ganz
verschmilzt und durchdringt und befeuchtet
den Anderen liebend im Tanz.

Und aus diesem Tropfen da wachsen
erst Pfützen, dann Bäche und Seen
sie gleichen den laichenden Lachsen
die heimwärts zum Ursprung nun geh’n.

Um sich einst ins Meer zu ergießen
ein Körper von Tropfen vereint
die einträchtig heilig nun fließen
in Einheit zum Licht, das nun scheint.

Bin ich alle Tropfen gewesen
dann sind alle Tropfen auch ich
Mensch kann nur als Ganzes genesen
im lieben von Dir lieb ich mich.

Manfred Mohr

Portrait: Manfred Mohr

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