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Körper, Geist & Seele | Mehr oder wenig liebgewonnene Gewohnheiten in der Sexualität | Cosima Adletzberger

 

Rituale begleiten uns beinahe in allen Lebensbereichen. So auch in der Sexualität, nur sind sie uns da meist nicht einmal bewusst. Sie entstehen schon sehr früh in unserer Kindheit und festigen sich durch die Erziehung und die allgegenwärtige Sozialisierung. Später prägen uns die persönlichen Erfahrungen aus den Beziehungen zu den jeweiligen Partnern. Interessanterweise wird rituelles Verhalten aber auch durch körperliche Reaktionen genährt. Rituale können positiv, wie auch negativ erlebt werden. Wiederkehrendes Verhalten kann zwei Gesichter haben. Zum Einem geben es uns durch die entstehende Vertrautheit das Gefühl von Sicherheit und Verbundenheit. Zum Anderem kann es durch die Vorhersehbarkeit der Handlungen zu Langweile und Verlust an Spannung kommen.
Wenn wir an Sexualität denken, dann erscheint meist zuerst das Bild einer intimen Begegnung zweier Menschen. Ich möchte aber auch ganz bewusst auf das Thema der Selbstbefriedigung eingehen, wohl wissend, dass das nach wie vor ein Tabuthema ist. Beginnen wir aber zuerst mit der Partnerschaft.

Sexuelle Rituale in der Partnerschaft
Die Gespräche in meiner Praxis zeigen oftmals ein trauriges Bild auf. Als ich begann meinen Kundinnen zu erzählen, dass ich Kurse für Paare anbiete, in denen man lernt, den Partner auf sinnliche Art zu massieren (mehr dazu unter www.angisma.at), bekam ich sehr oft folgende Antwort: „Oje, wenn mein Mann anfängt mich zu massieren, dann weiß ich eh schon was kommt...”. Und glauben Sie mir, im Tonfall war keine Spur von Begeisterung zu finden!
Oder ein anderes Beispiel: Eine Frau erzählte mir, dass sie sich schon regelrecht fürchtete, wenn ihr Mann Samstagnachmittag ein „Mittagsschläfchen” vorschlug. Das war IMMER gleichbedeutend mit Sex, immer am Samstag, immer im Bett, immer gleich....
Ich hoffe, diese und ähnliche Geschichten kommen Ihnen nicht bekannt vor! Sie sollen Sie allerdings anregen, in Ihrer eigenen Partnerschaft nachzuforschen, wo Ihre ganz persönlichen Rituale versteckt sind, welche davon Sie sehr schön finden und welche Sie gerne verändern würden. Rituale, die von beiden als schön empfunden werden, stärken die Partnerschaft und schaffen das Gefühl von Exklusivität. Wenig förderliche Rituale wiederum beinhalten sehr viel Konfliktpotential. Falls ein Gespräch mit Ihrem Partner/Partnerin möglich ist, kann ich Ihnen das nur empfehlen, weil Sie sich damit gleich mehrere Chancen eröffnen. Sie lernen sich selbst und Ihren Partner wieder ein Stück besser kennen. Möglicherweise eröffnen Sie sind damit sogar eine neue „Spielwiese”. In jedem Fall fördert es die Kommunikation innerhalb Ihrer Partnerschaft.

Bereiche, die in der partnerschaftlichen Sexualität oftmals ritualisiert sind:
Wer den Sex initiiert
Dinge, die davor noch unbedingt zu passieren haben: den Abwasch erledigen, sich noch duschen müssen, alle Arbeit abschließen, ...
Dinge, die währenddessen immer sein müssen oder nie sein dürfen: Das auf- oder abgedrehte Licht beim Sex, Sex nur im Bett, immer gleiche Stellung bzw. gleiche Stellungsabfolge, ....
Wie der sexuelle Akt seinen Abschluss findet,...
Oft empfinden wir die intime Begegnung mit unserem Partner nur dann schön, wenn viele unserer (meist unausgesprochenen) Rituale eingehalten werden.
Wenn Sie gemeinsam oder alleine (beide Varianten sind gut) herausgefunden haben, welche Rituale Ihrer Beziehung gut tun und welche Sie gerne verändern möchten, dann geht es an die Umsetzung.

Hilfreich ist:
Das Wissen, dass Sie neue Rituale auch ohne das Wissen, bzw. Zustimmung des Partners etablieren können. In sehr vielen Beziehungen ist ein Teil aktiver, was die Gestaltung der Partnerschaft anbelangt. Wenn Sie mit dieser Tatsache Ihren Frieden gefunden haben, werden Sie erkennen können, dass der passivere Teil kleine Veränderungen sogar gerne aufnehmen wird.
Das führt mich gleich zum nächsten Tipp:
Gehen Sie in kleinen Schritten vor. In Veränderungen, liegt immer eine Chance, aber auch eine Unsicherheit, eine unbestimmte Angst vor dem Neuen. Ein Beispiel: Wenn Sie bisher Sex mehr oder weniger geräuschlos im Dunklen genossen haben, und plötzlich gibt es eine Festbeleuchtung und einen Geräuschpegel, wo Sie sich insgeheim Sorgen machen, wie die Nachbarn darauf reagieren werden, dann kann das ganz schlecht bei Ihrem PartnerIn ankommen, selbst wenn er/sie schon öfters den Wunsch danach geäußert hat. So starke Veränderungen wirken schnell aufgesetzt und unnatürlich. Im schlimmsten Fall werfen sie die Frage auf, wo Sie das plötzlich herhaben, möglicherweise von einer sexuellen Außenerfahrung? Eine Kerze und wohliges, echtes, tieferes Atmen und schrittweise mehr Geräusche sind da die bessere Wahl.

Setzen Sie nur Dinge um, die Sie wirklich inspirieren und die Sie gerne ausprobieren wollen. Wenn Sie sich mit Ihrem Partner darüber austauschen können, kann sogar das Ausprobieren neuer Dinge zu einem belebenden Ritual werden. Wenn die Initiative allerdings nur von Ihnen aus geht, dann ist oft weniger mehr.
Für den Fall, dass die Veränderungen von Ihrem PartnerIn gar nicht angenommen (bemerkt oder kommentiert) werden, besteht kein Grund, ihm/ihr das als weiteren Anklagepunkt vorzuwerfen oder sich enttäuscht wieder ins Schneckenhaus zurückzuziehen!

Oftmals braucht es viel Zeit, bis man selbst erkennen kann, dass das Wegnehmen der Konzentration auf die mögliche Reaktion des Partners, sehr heilsam (für beide) ist. Ein guter Weg ist, sich selbst, auch auf sexuellem Gebiet, besser kennenzulernen und dieses neu gewonnene Selbstbewusstsein dann innerhalb der Partnerschaft auch zu vertreten, ohne ängstlich zu sein, ob es dem anderen gefällt oder nicht. Sicherlich haben Sie schon in anderen Zusammenhängen gehört, dass eine Veränderung bei Ihnen selbst, immer auch eine Veränderung in Ihrer Umwelt hervorruft. Wenn Sie mehr auf Ihr Wohlbefinden achten, wird Ihr Selbstwertgefühl steigen, Ihre innere Zufriedenheit wachsen und Sie werden automatisch attraktiver auf Ihr Umfeld wirken, natürlich auch auf Ihren PartnerIn.

Rituale im sexuellen Umgang mit sich selbst (Selbstbefriedigung)
Die Selbstbefriedigung ist auch heute noch ein Gebiet, worüber es viele Mythen und Moralvorstellungen gibt, die sowohl Männer und in einem noch größeren Ausmaß Frauen daran hindern, erfüllte Sexualität mit sich selbst und in weiterer Folge mit dem Partner zu leben. Und dennoch, ein Großteil der Menschen befriedigen sich selbst und zwar unabhängig vom Geschlecht und davon, ob sie in einer Beziehung leben oder nicht. Interessanterweise wirken Rituale in der Selbstbefriedigung fast noch stärker als in der Sexualität mit anderen Personen. Dies hat teilweise auch körperliche Ursachen. Die Genitalien eines Menschen sind mit sehr vielen, feinen Rezeptoren ausgestattet, die diese Bereiche so hochempfindlich machen. Viele Menschen bevorzugen bei der Selbstbefriedigung die (manuelle) Technik, die sie am schnellsten zum Höhepunkt bringt.

Damit meine ich z.B. Berührungen immer mit der rechten Hand, die gleiche Geschwindigkeit der Bewegungen, gleicher Druck und die gleiche Abfolge von sich veränderten Rythmen. Die Rezeptoren gewöhnen sich an diese Art der Stimulation, was zur Folge hat, dass es bei langer Dauer ein und der selben Praktik immer schwieriger wird, mit Hilfe anderer Stimulationsmethoden, und sei die Veränderung auch noch so klein, zum Höhepunkt zu kommen. Der Ausweg aus dieser Dynamik führt u.a. über das Umlernen der Rezeptoren. Wenn z.B. das Ritual „so schnell wie möglich zum Höhepunkt kommen”, durchbrochen wird und man sich selbst die Chance gibt, Lust auf den unterschiedlichsten Wegen zu empfinden, lernt der Körper Lust in einer weiteren Bandbreit zu erleben.

Weitere Gewohnheiten, die eine Erweiterung der lustvollen Stimulationsmöglichkeiten verhindern, können sein:
immer derselbe Ort (z.B. schnell unter der Dusche, am WC, im Solarium,...)
die gleichen Stimulationsmittel (z.B. Pornos, Hilfsmittel wie Vibratoren, ...)
die gleiche Köperhaltung (im Liegen, Sitzen, Stehen,...)
das schlechte Gewissen vorher und/oder hinterher,....

Welche Rituale man als hinderlich empfindet und welche als förderlich erlebt werden ist extrem individuell. Grundsätzlich kann man aber sagen: alles was Spaß macht, ein körperliches Wohlempfinden hervorruft und mit den Werten vereinbar ist, sind förderliche Gewohnheiten.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Vergnügen mit Ihren gut etablierten Ritualen und viel Spaß mit dem Erkunden, welche noch gut zu Ihnen ganz persönlich und zu Ihrer Beziehung passen könnten.

 

Portrait: Cosima Adletzberger

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