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Allgemein : Wie ich meinen Putzfimmel überwunden habe!
13.06.2014 12:48 (710 x gelesen)

...an einem Putzfimmel, und anscheinend hab ich da auch etwas abbekommen. Aber es machte mich stolz, dass ich alles so schaffte, trotz der kleinen Kinder. Doch mit den Jahren merkte ich, wie mir schön langsam alles anfing, über den Kopf zu wachsen, überhaupt dann, als ich wieder zu arbeiten anfing.
Ich hatte immer fix jeden Freitag meinen Großputztag. Ob ich Zeit hatte oder nicht, es musste dieser Tag sein, Punkt! Und täglich noch dazu meine kleinen Putzrituale. Alles musste immer an seinem Platz stehen, die Fenster sowie die Balkontür, die in Griffweite meiner Kinder waren, mussten immer sauber sein. Keine Brösel durften herum liegen und schon gar kein Staub irgendwo zu sehen sein. Sofort ergriff ich den Staubfetzen oder den Staubsauger und fegte durch die Zimmer. Den Kindern lief ich oft den halben Tag hinterher, um alles wieder gleich weg zu räumen. Es wurde sehr mühsam, und ich kam enorm unter Druck.
 
Kaum saß ich in Ruhe mal vorm Fernseher oder las ein spannendes Buch, sprang ich x-mal auf, weil ich dort und da etwas sah, was weggewischt oder weggeräumt gehörte. Ich wurde mein eigener Sklave, und allmählich fing die ganze Familie an, darunter zu leiden. Aber, ich wollte einfach perfekt sein - eine gute Mutter, eine gute Hausfrau – die perfekte Partnerin eben! Doch etwas blieb auf der Strecke – nämlich meine Ruhe & Gelassenheit, die sich früher immer positiv auf die Familienharmonie ausgewirkt hatte. Ich fing an, allen anderen die Schuld zu geben. Den Kindern, weil sie immer so herumtollten und nicht aufpassten,  meinem Mann, weil er sich nach der Arbeit gehen ließ und die Wäsche immer dort liegen blieb, wo er sich gerade auszog usw. Und mir lief die Zeit davon. Ich hatte keine Zeit mehr für MICH, da ich ständig damit beschäftigt war, den anderen hinterher zu laufen, zu schimpfen und zu nörgeln! Bis irgendwann meine Tochter mal sagte: “Früher war es viel schöner, da spieltest du viel mehr mit uns!“ Das war der Punkt, wo ich mich dann mal hinsetzte und nachzudenken begann.
 
Was war schief gelaufen?
Was war jetzt anders, und warum wurde es so?
Wie konnte ich es ändern?
Wo sollte ich anfangen, und was sollte ich tun, damit es wieder so wird, wie es mal war?
 
Ich stellte mir vor, wie ich es in der Zukunft wieder haben wollte, damit es uns allen wieder gut ging: Wenn ich von der Arbeit heim komme, setzen wir uns alle mal zusammen und besprechen den Tag. Dann essen wir gemeinsam. Die Kinder bekommen ihre kleinen Aufgabenbereiche und helfen mit, sodass im Nu alles weg geräumt ist. Dann spielen wir oder sehen uns gemeinsam einen Film an. Ohne Stress – ohne Befehle – ohne Streit! Und wenn mal etwas nicht so ordentlich und sauber ist, schaffe ich es, entspannt und ruhig zu bleiben. Es spielt keine Rolle mehr, dann wird eben am nächsten Tag die Zeit dafür sein. Doch ich ahnte, dass das nicht so leicht zu schaffen sein würde. Aber es musste etwas verändert werden, das war mir klar! 
 
Wir besprachen das alle gemeinsam, und die Kinder strampften und taten ihre Aufgaben sehr widerwillig. Mein Mann bemühte sich so recht und schlecht. Doch ich blieb konsequent. Ich erklärte ihnen immer wieder freundlich, zeitweise auch sehr mit Nachdruck und trotzdem noch freundlich, dass es nur gemeinsam zu schaffen wäre. Es dauerte einige Monate und siehe da, nach und nach setzen wir die besprochenen Dinge auch um, und schön langsam fing es an zu funktionieren. Es gelang UNS dann doch gemeinsam: erstens mal mir, meinen ständigen Putzfimmel so nach und nach abzugewöhnen und zweitens, die Kinder mit einfachen Aufgaben in die Hausarbeit zu integrieren. Und was ganz toll war: Es ging mir enorm gut dabei, und wir hatten wieder mehr Zeit für einander. Wenn intensivere Putzarbeiten anstanden, dann tat ich diese ganz einfach dann, wann ich Zeit & Lust dazu hatte, und setzte mich deswegen keinem Druck mehr aus!
 
Ich freute mich, dass ich es geschafft hatte, mir diese stressmachende Angewohnheit abzugewöhnen, und meine Familie dankte es mir dadurch, dass sie alle aufmerksamer wurden und selber anfingen, ihre Dinge wieder zurück an ihren Platz zu stellen.


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