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27.05.2012 |  Audrey-April Fasching

Aprils abenteuerliche Kindheit, Teil 1

 


MEINE Geschichte – eine Parabel

Bevor ich geboren wurde, kannte Gott schon mein ganzes Leben und gab mir seinen Segen. Meine Geburt 1960 verlief ohne Komplikationen und meine Eltern hatten große Freude, als ich endlich da war und sie liebten mich sehr! Ich wuchs in einem Wohnwagen direkt am Meer und dem schönsten Sandstrand von Wales, auf. Daher kommt mein Freiheitsdrang. Als ich fünf Jahre alt war, übersiedelten wir nach Malaysia. Auch dort konnte ich meine Freiheit voll ausleben und lernte andere Völker und Kulturen kennen. Bei den Ureinwohnern, den „Orang Aslis“, erfuhr ich den Ausgleich zwischen Geben und Nehmen, Hilfsbereitschaft sowie die Tage anzunehmen wie sie sind. Nach zwei schönen Jahren beschlossen meine Eltern, mit dem Auto nach Wales, unsere Heimat, zu fahren, um noch mehr von der Welt zu sehen und zu entdecken. So wurde mein Horizont für andere Länder geöffnet. Fast ein Jahr dauerte dieses spannende Abenteuer durch die halbe Welt und ich musste vor allem nicht zur Schule gehen! Wir bereisten die Länder: Malaysia, Singapur, Indien, Pakistan, Afghanistan, Iran, Irak, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei, Bulgarien, Rumänien, Jugoslawien, Ungarn, Österreich, Belgien, Holland bis retour nach England. Durch die vielen Menschen die wir kennen lernten, stärkte sich meine Kontaktfreudigkeit und da wir meistens auf engstem Raum im Auto campten und schliefen, lernte ich die wunderbare Liebe meiner Eltern kennen sowie unkompliziert und ohne Erwartungen durchs Leben zu gehen. Fehlte etwas, brachte mir mein Vater bei, zu improvisieren und meinen gesunden Hausverstand zu nutzen. Ich durfte ein Leben ohne Zwänge genießen!

 

Doch dieses Gefühl endete abrupt mit einem Autounfall, eine Stunde vor dem Ziel in Wales, wobei meine Mutter nach 35.000 km unfallfreier Fahrt 30-jährig aus dem Leben gerissen wurde. Nun erfuhr ich Verletztsein, Trauer und Loslassen. Mein Vater, durch die Umstände schwer geschockt, musste nach einiger Zeit wieder seine Arbeit in England aufnehmen. Da ich ein Wildfang war und meine Umgebung damit nicht klar kam, wurde ich nach Wien in eine katholische Klosterschule gebracht und dort diszipliniert, wie es so schön hieß! So lernte ich Disziplin kennen und erfuhr, was Alleingelassen sein, Ohnmacht, Verzweiflung, Ausweglosigkeit bedeuteten und als Folge Hinnahme, Akzeptanz und vor allem Durchsetzungsvermögen.

 

Drei Jahre dauerte dieser Lernprozess, wodurch sich mein Kampfgeist enorm entwickelte. Eine Veränderung stand ins Haus. Ich kam 1971 in das Burgenland und da war eine neue Mutter, Linde. Das Wort Stiefmutter wende ich hier bewusst nicht an, da es mich an Schneewittchen erinnert und dem war nicht so! Auf alle Fälle war ich gar nicht erfreut, dass ich meinen endlich zurückgewonnenen Vater wieder teilen musste. Ich reagierte mit Sturheit und Trotz und holte mir meine Aufmerksamkeiten durch ständiges Unruhestiften. So lebte ich meine Macht, die mir aber damals mehr schadete als nützte und eine Plage für meine neue Mutter war. Ich denke, dass sich Linde schon nach ein paar Wochen gedacht hatte: „Mein Gott, was hab ich mir da angeheiratet!“ Mein armer Vater, der sowieso nie streiten mochte, wurde zwischen Frau und Tochter hin und her gerissen. Doch dann bekam ich zwei entzückende Brüder und ich hatte einen neuen Aufgabenbereich. Christian ersetzte mir meine Puppe und ich lernte, wie man einen Menschen umsorgt und konnte meine Mütterlichkeit leben. Markus, der jetzt mit seiner Familie in Irland lebt, schenkte ich nicht mehr so viel Aufmerksamkeit, weil ich mit 14 Jahren schon mehr an Burschen interessiert war.

Um den Hausfrieden wieder herzustellen, beschloss ich, meine eigene Familie zu gründen und stürzte mich voller Euphorie mit siebzehn Jahren in die Ehe mit Gerd, einem ausgezeichneten Fußballer. Er hatte schon ein eigenes Auto und war vier Jahre älter. Ich schwebte auf Wolke sieben und wusste: DAS IST ER! Alles Reden von Seiten meiner Eltern, doch zuerst die Handelsakademie abzuschließen, schlug ich in den Wind. Dieser Mann würde für mich sorgen und ich bräuchte sowieso NIE arbeiten zu gehen! So beschritt ich meinen eigenen Weg. 1978 wurde geheiratet und wie geplant kam bald mein Sohn Andreas zur Welt. Nun wollte ich alle bis jetzt erlernten Fähigkeiten in diese kleine Familie stecken. Doch das Glück war auch diesmal nur von kurzer Dauer und wiederum ereignete sich ein Unfall, der alles veränderte. Das passierte während eines Fußballspieles gegen den damals sehr bekannten österreichischen Sportclub GAK.

Insgesamt dauerte meine Ehe zehn Jahre, wobei acht Jahre geprägt waren von  Alkoholexzessen und Spielsucht seinerseits, Wut und Ohnmacht meinerseits. In dieser Zeit lernte ich Rücksichtnahme, vor allem meinen Kindern gegenüber, Durchhaltevermögen und Bescheidenheit. Das war alles sehr wichtig, um meinen Alltag zu schaffen. 1980 wurde meine Tochter Michaela in dieses Dilemma hineingeboren. Endlich hatte ich einen Buben und ein Mädchen! Die Kinder gaben mir immer wieder die Kraft, durchzuhalten, und ich versuchte, soweit es meine Kräfte zuließen, ihnen eine harmonische Kindheit zu bieten.

Ich war der Situation hilflos ausgeliefert, ohne Schulabschluss, ohne Arbeit, mit einem alkoholkranken Mann und zwei kleinen Kindern. Ich fühlte mich wertlos und mein Selbstvertrauen war wie weggeblasen. Die Zeit verging und ich sah keinen Ausweg! Doch eines Abends, nach einem Elternsprechtag, lernte ich meinen späteren Lebensgefährten kennen. Mit seiner humorvollen Art zog er mich bald in seinen Bann und wir trafen uns öfter und führten endlos lange Gespräche. Mein Selbstvertrauen begann wieder zu wachsen und ich beschloss, meine miserable Ehe zu beenden. Jetzt war der richtige Zeitpunkt gekommen! In diesen schweren Tagen half mir besonders meine beste Freundin, die mich seit meinem fünfzehnten Lebensjahr begleitet hatte. Es kam zur Scheidung und ich lernte verzeihen und wieder einmal loszulassen. Mit meinen Kindern und meinem neuen Freund zog ich in eine kleine Wohnung und wir verbrachten dort zehn schöne Jahre gemeinsam. In dieser Zeit stand meine Weiterentwicklung und Weiterbildung im Vordergrund. Zuerst machte ich den Führerschein und meine berufliche Laufbahn begann mit Putzarbeiten in diversen Geschäften und Haushalten. Da meine Kinder immer wieder heftige Konflikte ausfochten und die Situation phasenweise unerträglich war, wurde mir bewusst, dass der Umzug in eine größere Wohnung mehr als notwendig war. 1990 zogen wir dann in meine 110 m² Eigentums-Dachgeschoßwohnung, in der ich heute noch lebe. Diese Wohnung vermittelt mir Schutz und Geborgenheit und ich genieße es, nach Hause zu kommen.

Nun begann mein beruflicher Aufstieg. Ich bekam die Chance, in einem Büro - in dem Mineralöle verkauft wurden - zu arbeiten und musste zuerst einmal lernen, mit einem Computer umzugehen. Hier lernte ich Kollegialität, Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Konfliktlösung. Nach sechs Jahren öffnete sich eine weitere Tür in einem Tourismusbüro. Ich bewarb mich und bekam zu meiner Überraschung diese Stelle für die nächsten zehn Jahre. Wieder ging ich durch eine harte Schule und verinnerlichte  Perfektionismus, Überkorrektheit, Stresstauglichkeit, Kritikfähigkeit, Pünktlichkeit und Demut. 

Nicht sagen zu dürfen, was ich dachte…

Nicht sagen zu dürfen, was ich fühlte…
Nicht sagen zu dürfen, was mich störte…

all das beinhaltete während dieser Zeit das Wort Demut für mich. Es bedeutete die Arbeit einfach anzunehmen, wie sie ist. Als Gegenleistung verdiente ich sehr gut, der Arbeitsplatz war zwei Minuten von meiner Wohnung entfernt und ich lernte sehr viele interessante Leute kennen. Ich empfing in Folge Respekt, Achtung und empfand große Dankbarkeit für diese Chance! Wieder nach zehn Jahren, eine für mich erstaunliche und interessante Zeitfügung, beschloss ich, mein eigenes Café im Haus meiner Familie zu eröffnen. Dazu benötigte ich eine große Portion Mut und Selbstvertrauen! In diesen fünf Jahren traten viele neue Menschen in mein Leben, vor allem einige, die zu wahren Freunden wurden. Freundschaft und Loyalität bereicherten nun mein Leben.

In all dieser Zeit wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, eine Familie zu haben. Daher gebührt mein größter Dank meinem Vater und seiner zweiten Frau, die seit meiner Scheidung immer für mich da waren und die - ohne viel zu fragen - hinter mir standen sowie meine Brüder, die jederzeit ein offenes Ohr für mich haben und besonders meinen Kindern, die trotz der nicht so leichten Kindheit zu außergewöhnlichen, fleißigen und liebenswerten Menschen heran gewachsen sind und gute Partner gefunden haben. Somit lernte ich Wertschätzung und eine immens große Dankbarkeit!

Nachdem ich mein Café geschlossen hatte, bekam ich nocheinmal die Chance, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Nun arbeite ich wieder seit Jahren im Tourismusbüro, habe mit denselben netten Kollegen zu tun und das Glück, den besten Chef der Welt zu haben. Die Arbeit macht richtig Spaß und es wird viel gelacht! Wie glücklich kann ich mich schätzen.

20 Jahre meines Lebens verbrachte ich in stationären Beziehungen (wie wir in meinem Freundeskreis humorvoll zu sagen pflegen). Hier lernte ich vor allem Toleranz, Kompromissbereitschaft und Geduld zu üben! Wobei es mit der Geduld in ALLEN Lebenslagen noch nicht so gut geht. Diesen positiven Charakterzug zu erlernen, ist für mich wirklich das Allerschwerste und ich denke, dass ich noch Jahre dafür benötigen werde. Aber auch hier bin ich optimistisch, denn ich weiß, dass ich - wenn Gott es will – „gesund“ 100 Jahre alt werde und demnach noch einige Zeit bleibt, „Geduld“ zu erlernen!

                           _______________________

 

Abschließend möchte ich sagen, dass mein Leben bis jetzt trotz aller Prüfungen wunderbar verlaufen ist! Ich erkenne nun meinen Weg! Wenn ich zurück blicke, hat es einige Phasen gegeben, auf die ich nicht so stolz bin, aber auch aus diesen macht Gott letztlich etwas Gutes!
So wurde aus dem wilden, unbändigen Dschungelkind ein ehrfürchtiges Gotteskind!

Bei allen, die mich bisher begleitet haben, möchte ich mich bedanken, vor allem dafür, dass sie mir die Möglichkeit gaben, zu wachsen und zu reifen, und mich so akzeptierten, wie ich bin!

Gott sei Dank bin ich gesund, zufrieden, liebe meine Unabhängigkeit und meine erweiterte Familie mit meinen wundervollen drei Enkelkindern und meinen zwei Katzen!

 

Ein Leitsatz, der mir immer wieder weiter geholfen hat, lautet:

Wenn du unzufrieden oder unglücklich bist bzw. dein Leben unerträglich findest, so gibt es drei Möglichkeiten:

verlasse diese Situation oder
verändere die Situation und wenn beides nicht geht
akzeptiere die Situation und mache das Beste daraus,
nur so übernimmst Du Verantwortung für Dein Leben!





Fortsetzung folgt nächste Woche!

 

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